Hogtie


Hogtie ist ein englischer Begriff, der eine Fesseltechnik beschreibt. Zunächst wurde die Fesseltechnik nur bei Nutztieren angewendet. Den Nutztieren wurden dabei alle Beine zusammengebunden, um sie an der Flucht zu hindern.

Erst später wurde diese Technik auf den Menschen übertragen. Hogtie Fesselungen stellten sich als besonders effektiv heraus, um Personen an der Flucht zu hindern und ihnen das Leisten von Gegenwehr vollkommen unmöglich zu machen. In der Vergangenheit wurden zum Fesseln Ketten und Seile genutzt. In der Neuzeit wurden spezielle Hand- und Fußfesseln mit Kettenverbindung entwickelt für eine schnellere und sicherere Fesselung.

Beim Hogtie liegt die zu fesselnde Person auf dem Bauch. Hand- und Fußgelenke werden gefesselt und mit einem Seil oder einer Kette auf dem Rücken verbunden. Die Knie sind stark angewinkelt, die Fußspitzen zeigen nach oben. Je nach Länge des Verbindungsstücks zwischen Hand- und Fußgelenken, beschreibt der Körper des Gefesselten ein Dreieck, bzw. ein U. Um die Wirkung zu verstärken, kann man zusätzlich noch die Knie aneinander fesseln. In dieser Fesselung ist die Person fast völlig bewegungsunfähig.

Hogtie BDSM

In einigen Staaten wird der Hogtie angewendet, um Straftäter ruhigzustellen und abzutransportieren. Führend hier sind die USA, die sogar eine spezielle Fessel entwickelt haben. Da sich Bewegungen bei den Gefesselten auf die Hüften beschränken, wird diese Fesselungsart auch als „Shakira“ bezeichnet, die eben für ihre Hüftbewegungen berühmt ist.

Im BDSM ist Hogtie sehr beliebt, als Form des Bondage. Beliebt ist es, da hier der Bottom absolut bewegungsunfähig und den Spielen des Tops ausgeliefert ist. Zusätzlich zur Fesselung ist es möglich, durch Variation der Länge des Verbindungsstücks auch leichte Schmerzen zuzufügen. Je kürzer das Verbindungsstück ist, desto mehr muss der Bottom Beine und Rücken verbiegen. Um dies noch weiter zu steigern, kann der Kopf in die Fesselung eingebunden werden mit Hilfe eines Kopfharneses. Eine weitere Variante verbindet den Hogtie mit dem Hängebondage.

Durch Training und regelmäßiges Dehnen ist es möglich, den Bottom noch enger zu verschnüren. So kann der Top nach und nach die Ellenbogen immer näher aneinander bringen, bis sie schließlich direkt aneinander geschnürt werden können.

Auch optische Reize können bei Hogtie eine Rolle spielen. Häufig fließen dann Elemente des Shibari mit ein.

Durch die Bewegungsunfähigkeit ist der Bottom allen weiteren Spielen des Tops ausgeliefert. Beliebt sind hier Spiele mit der ungehinderten Manipulation der erogenen Zonen des Bottoms. Dieses Spiel kann als Belohnung, aber auch als Strafe eingesetzt werden. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Risiken und Nebenwirkungen von Hogtie

Es gibt Berichte (vor allem aus Kreisen von Sicherheitskräften), dass es schon zu Todesfällen gekommen ist durch Hogtie Fesselungen. Diese kamen durch Atemstillstand zustande. Besonders bei etwas fülligeren Menschen wird das Fettgewebe in den Bauchraum und somit auch gegen die Lunge gepresst. Dies kann zu Atemproblemen bis hin zum Atmenstillstand führen.

Wie bie jeder Fesselung, können Seile und Schnüre einschneiden und Verletzungen hervorrufen. Zu enge Fesseln können zu Schmerzen und Schäden in den Gelenken und der Wirbelsäule führen. An enge Fesselungen sollte man sich deshalb langsam Stück für Stück nähern und warten bis der Bottom so weit gedehnt ist, dass man die Fesselung gefahrlos etwas enger ziehen kann.

Da der Bottom vollkommen bewegungsunfähig ist, empfehlen wir dringend vor der Session ein Safeword auszumachen und dieses auch zu benutzen, wenn die Situation nicht mehr erträglich ist.

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Andreas Kolarik

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